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Geschichte des HSV

Geschichte des HSV

Heimatschutzverein Mettinghausen 1913 e.V.

Die Geschichte der Ortschaften.

Eine selbstständige Gemeinde ist Mettinghausen nie gewesen. Der Ort ist vielmehr eine Bauernschaft oder Dorfsiedlung, die man im Zusammenhang mit den Nachbarsiedlungen sehen muss. Am nördlichen Lippeufer im damals nordwestlichsten Zipfel des Kreises Büren reihen sich die Siedlungen Mantinghausen, Rebbeke, Mettinghausen und Niederdedinghausen aneinander. Nicht zentrale Siedlungskerne, sondern Streusiedlungen und Einzelhöfe bestimmten früher, und teilweise auch heute noch das Bild.  Auffällig ist die Anhäufung der “hausen“- Siedlungen in diesem Raum. Man führt sie auf altsächsische Gründungen zurück, während man im ersten Teil der Ortsbezeichnung „Metting“ oder „Deding“ den Namen des ersten Siedlers oder Bauernführers versteckt sieht. Es handelt sich also um sehr alte Siedlungen. Eine Erklärung dafür ist auch die Tatsache, dass die Lippe in früherer Zeit schon eine schiffbare Verkehrsstraße war. Beweise dafür finden sich u.a. im Römerlager bei Anreppen. Schriftlich wurde Mettinghausen durch eine Urkunde aus dem Jahr 1194, in der eine Stiftung für die Pfarrkirche Hörste mit Äckern in Methingchusen bestätigt wird. Eine weitere Urkunde ist aus dem Jahre 1293 bekannt.
Interessant ist der politische Werdegang der Ortschaften. Als im Zuge der preußischen Verwaltungsreform im Jahre 1816 der Altkreis Büren gegründet wurde, fasste man die Dörfer und Bauernschaften Mantinghausen, Rebbeke, Mettinghausen und Niederdedinghausen zur Gemeinde Rebbeke zusammen. Aus diesem Verbund schied Mantinghausen 1861 aus und wurde selbstständig. Bei der letzten Verwaltungsreform 1975 wurde die Gemeinde Rebbeke mit  Mettinghausen und Niederdedinghausen, der Stadt Lippstadt und dem Kreis Soest (Kreis Lippstadt wurde aufgelöst) angeschlossen.

Gründung des HSV

Der Heimatschutzverein Mettinghausen 1913 e.V. wurde am 22.6.1913 von Männern aus den Ortschaften Mettinghausen, Rebbeke  und der  Bauernschaft Niederdedinghausen als Heimatschutzverein (HSV) der Gemeinde Rebbeke gegründet. Zuvor waren die Schützenbrüder der ersten Stunde Mitglieder in der 1840 gegründeten Kirchspielschützenbruderschaft Hörste. Die Erklärung dafür ist einfach. Die Gemeinde Rebbeke, wie einige andere Gemeinden um Hörste herum auch, hatten bis Ende des 19.Jahrhunderts keine eigene Kirche, und waren deshalb in der St. Martinus Kirchengemeinde Hörste zu Hause. Aber auch ohne eigene Kirchengemeinde erfüllte man sich in den drei Ortsteilen mit der Gründung des HSV im Sommer 1913 den Traum von der Selbstständigkeit. Zum ersten Oberst und Vorsitzenden wählte man Hermann Haselhorst aus Mettinghausen. Bereits 1913 wurde das erste Schützenfest gefeiert.

Festablauf

Der bis heute praktizierte Festablauf wurde so gestaltet, dass der durch die Landwirtschaft dominierte Arbeitsalltag der Schützenbrüder so wenig wie möglich gestört wurde. Notwendige Tätigkeiten wie das Füttern der Tiere oder das Melken der Kühe sollten zur „dienstfreien Zeit“ erledigt werden können. Mit dem Vogelschießen am Samstagnachmittag beginnend und nur Sonntag und Montag in königlichem Ornat wollten die Schützenbrüder von Anfang an die finanzielle Belastung für das Königspaar (nur ein Königinnenkleid) und den Hofstaat (bis in die Sechziger Jahre nur Hofdamen) so gering wie möglich halten. Mit dem Ausklang des letzten Festtages waren somit auch die Verpflichtungen der Regenten überwiegend erfüllt. Diese Festfolge hat der Verein bis heute beibehalten.

Schwere Jahre

Der äußere Rahmen des ersten Festes war 1913 noch sehr bescheiden (ohne Uniform, Degen und Fahne). Aber immerhin, der Anfang war gemacht. Auch in den darauffolgenden Jahren (1.Weltkrieg 1914-1918) hatte es der junge Verein denkbar schwer. Krieg, Kriegsfolgen und die Weltwirtschaftskrise von 1923 ließen nicht an Feiern denken.  Dazu kam, dass die zunächst vereinbarte Gemeinschaft der Schützen aus den drei Ortsteilen Risse bekam. Dies führte im Winter 1929 dazu, dass die Schützenbrüder aus Rebbeke geschlossen die Jahreshauptversammlung des HSV nach gescheiterten Verhandlungen verließen, um am selben Abend der in Mantinghausen tagenden Sankt Antonius Schützenbruderschaft beizutreten. Dies war eine Entscheidung, die bis in die Gegenwart reichende Konsequenzen für die Entwicklung und das Zusammenleben in der Gemeinde Rebbeke haben sollte.  Die Gründe für die Trennung, nachzulesen in der gut erhaltenen Chronik des HSV, waren aus heutiger Sicht banal und die damalige Hauptforderung der Rebbeker Schützen, das Fest alle 5 Jahre in Ihrem Ortsteil stattfinden zu lassen, wurde bis heute auch nicht von den Schützenbrüdern aus Mantinghausen erfüllt.
Daher waren es von 1929 bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts überwiegend Männer aus den zwei verbliebenen Ortschaften Mettinghausen und Niederdedinghausen, die das Vereinsleben des jetzt in Heimatschutzverein Mettinghausen umbenannten Vereins mit Leben erfüllten. Die erste Fahne sowie 5 Degen wurden angeschafft, und die Schützen traten in einheitlicher Uniform, schwarze Jacke und weiße Hosen, zum „Dienst“ an.
Die musikalische Begleitung bei den  Festumzügen übernahm 1927(bis heute)das in Hörste ein Jahr zuvor neu gegründete Tamborcorps. Leider verhinderten die anhaltenden wirtschaftlichen Nöte zwischen 1929 und 1939 dass in jedem Jahr ein Fest ausgerichtet wurde. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden dann bis auf weiteres alle Vereinsaktivitäten eingestellt.

Neubeginn

Wenn auch, wie vielerorts, schon 1947 eine Art Sportfest mit Vogelabwerfen (Schusswaffen waren verboten) im Ort statt fand, der offizielle Wiederbeginn mit dem Ausrichten eines Schützenfestes war 1950.Die Kriegsfolgen noch deutlich spürend, suchten die Schützenbrüder und deren Familien mit dem „Fest des Jahres“ Unterhaltung und Normalität. Zwar wurde, wie bis vor einigen Jahren üblich, in jeder Generalversammlung des HSV die Festfrage gestellt, aber trotz teilweise schlechter Rahmenbedingungen, Missernten durch Dürre und Hochwasser(50ziger Jahre), wurde jetzt jährlich ein Fest ausgerichtet.

Die um ihre Jugend betrogene Generation feierte ausgiebig, und noch heute erzählt man sich so manches „Döneken“, über das  was auf dem einen oder anderen Fest in dieser Zeit vorgefallen war.
Kreisschützenfest 1973
[Kreisschützenfest 1973]

Festliche Höhepunkte

Darüber hinaus wurden die Schützenbrüder des HSV nun auch über den eigenen Ort hinaus aktiv. Man trat 1958 dem neu gegründeten Kreisschützenbund Büren bei und nahm regelmäßig an den stattfindenden Kreisschützenfesten teil. Mit dem Erringen der Kreiskönigswürde 1972 in Grundsteinheim durch unseren Schützenkönig Herbert Winter wurde der HSV Ausrichter des Kreisschützenfestes 1973.
Eine große Aufgabe für einen kleinen Verein(rd. 150 aktive Mitglieder).Vor allem die fehlende Infrastruktur des Ortes, keine Kanalisation und zentrale Wasserversorgung, machten dem Vorstand um Oberst  Xaver Haselhorst zu schaffen. Doch wie in unserer Gemeinde bis heute üblich, hielten die Schützenfamilien fest zusammen und halfen mit, so dass diese Veranstaltung zu einem Höhepunkt  der Vereinsgeschichte des Heimatschutzvereins wurde.

Ca.15.000 Besucher säumten die Straßen in Mettinghausen, um die Königspaare, Hofstaaten und Schützen aus dem damaligen Kreis Büren zu bewundern.

41 Kapellen sorgten für den musikalischen Rahmen als sich am Sonntag des 2.September 1973 der Umzug mit 3.640 gemeldeten Teilnehmern durch die festlich geschmückten Straßen in Bewegung setzte. Die äußeren Bedingungen waren gottlob gut, so dass alle Beteiligten, Zuschauer und aktive Schützen, voll auf Ihre Kosten kamen. Vergessen waren die Mühen im Vorfeld der Veranstaltung und der Vorstand sowie der ganze Ort konnten stolz die Früchte ihrer Arbeit ernten.

Die  kommunale Neuordnung 1975 brachte auch für den Heimatschutzverein Veränderungen und neue Aufgaben mit sich. Die eigenständige Gemeinde Rebbeke mit der Zugehörigkeit zum Kreis Büren wurde aufgelöst. Jetzt zur Stadt Lippstadt und dem stark verändertem Kreis Soest zugehörig trat man neben dem KSB Büren auch dem KSB Lippstadt und dem Sauerländer Schützenbund bei. Somit sind wir heute in zwei Altkreis-Schützenbünden, Büren und Lippstadt zu Hause, und der Terminkalender des Vereins ist mit Schützenaktivitäten gut gefüllt.

Mehr als „nur ein Schützenverein“

Neben den satzungsgemäßen Aufgaben  übernahm der HSV unter der Leitung von Oberst Paul Meiwes 1984 die Verwaltung und Pflege der „Alten Schule“ in Mettinghausen.  Vorstand und Mitglieder des HSV renovierten das nach zuletzt gewerblicher Nutzung ziemlich heruntergekommene Gebäude und  bauten es in den folgenden Jahren  zu einem Gemeindehaus aus.  Auch ein Kriegerdenkmal wurde auf Anregung des damaligen Ortsvorstehers Franz Hoppe vor dem Gebäude in Eigenleistung errichtet. Mit dem Kauf unseres heutigen Schützenplatzes direkt neben der „Alten Schule“ und dem angrenzenden neuen Sportplatz ging 1990 ein lang gehegter Wunsch der Schützenbrüder in Erfüllung.

In mehreren Schritten wurde das tiefer liegende Grundstück trocken gelegt, aufgefüllt,  bepflanzt , teilweise gepflastert und unter der Leitung des bis heute (2008) amtierenden Oberst Heinz Rudolf Haselhorst 1994 fertig gestellt.

Mit der Jahrhundertfeier „800 Jahre Mettinghausen“ wurde der neue Festplatz im gleichen Jahr so richtig eingeweiht. Von Helfern aus allen Vereinen und Gruppen der Ortsteile Rebbeke, Mettinghausen und Niederdedinghausen wurde dieses Fest gestaltet. Tausende von Besuchern konnten bei guten äußeren Bedingungen rund um Gemeindezentrum und Schützenplatz, Relikte, Produktion, Arbeitsweisen und kulinarische Spezialitäten aus dem bäuerlichen Leben der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte bestaunen und genießen.

Die „Alte Schule“

Nach ein paar Jahren, in denen sich die Aktivitäten der Schützenbrüder mehr auf das Schützenwesen konzentrierten, wartete dann eine weitere Herausforderung auf Vorstand und Mitglieder des HSV.

Damit die Bürger Mettinghausen einzige Sport- und Begegnungsstätte die, „Alte Schule“ weiter nutzen konnte, war eine totale  Sanierung des Gebäudes notwendig. Die Toilettenanlage, Heizung, Fenster, Bodenbeläge, und Einrichtung waren mittlerweile unzeitgemäß, ineffizient  und verbraucht. Wassereinbrüche durch Hochwasser und Undichtigkeiten im Kellerbereich verschärften die Situation.

Außerdem hatten die Schützenbrüder den Wunsch, z. B. den Winterball des HSV wieder im Ort feiern zu können, was nach Schließung der Gastwirtschaft Kieke(mit Saalbetrieb) so nicht mehr möglich gewesen war, denn die Räume waren dafür einfach zu klein.
Der HSV Vorstand zögerte nicht und begann 1998 mit dem Mammutprojekt.
Dabei stellte der HSV nicht nur die ausführenden Handwerker und Helfer, sondern auch einen erheblichen Teil der benötigten finanziellen Mittel zur Verfügung. Der gesamte Komplex wurde vom Keller bis zum Dach, von außen und innen, auf diese Weise unter Aufbringung aller zur Verfügung stehenden Kräfte saniert.
Voller Stolz auf das Ergebnis der von uns geleisteten Arbeit, konnten wir  im Mai 2004 die „Alte Schule“ mit einer Einweihungsfeier ihrer weiteren Bestimmung übergeben.
Sie ist  heute für alle Bürger, Gruppen und Vereine unserer Ortschaft, Treffpunkt für Sport, Kommunikation und Geselligkeit. Mit der Umgestaltung des Schulhofes an der „Alten Schule“ zu einem echten Dorfplatz im Mai  2007, fanden die Einsätze der Schützen des HSV ihren vorläufigen Abschluss.

Die Zukunft

Neben den satzungsgemäßen Aufgaben wie Heimat und Volkstumspflege, werden der Erhalt und die Pflege der vom Heimatschutzverein übernommenen, und sanierten Einrichtungen im Zentrum von Mettinghausen sicher auch in Zukunft eine der Kernaufgaben der Vorstände bleiben.
Allerdings werden sich die Schützenbrüder in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einer noch ganz anderen Herausforderung stellen müssen.
Das nach dem 2. Weltkrieg nicht zustande kommende Wachstum (ungenügende Ausweisung von Bauland) der Ortschaft Mettinghausen, und die fehlende einheitliche Schützengemeinschaft mit Rebbeke, machen sich dann stark negativ  bemerkbar. Unzureichend eigener Nachwuchs und der  schleichende Wandel der Bevölkerungsstruktur, werden größere Veränderungen der Vereins- und Feststruktur unumgänglich machen, um damit den Erhalt und Fortbestand des Heimatschutzvereins Mettinghausen zu sichern.


Inhalt: H.Rudolf Haselhorst